Kostenübernahme bei Behandlung in einem öffentlichen Spital

Da öffentliche Spitäler zur Aufnahme und Behandlung von Patienten verpflichtet sind, haben sie, beziehungsweise der behandelnde Arzt/die behandelnde Ärztin, für eine genügend qualifizierte (interkulturelle) Übersetzungsdienstleistung zu sorgen. Die Kosten dafür trägt meist das öffentliche Spital.

Bei Patientinnen und Patienten, deren Gesundheitskosten im Rahmen der Sozialhilfe getragen werden, müssen allfällige Übersetzungskosten ebenfalls von der Sozialhilfe übernommen werden.
Bei Patientinnen und Patienten mit illegalem Aufenthalt in der Schweiz (Sans-Papiers) sind diese Kosten im Rahmen der Nothilfe (Anspruch auf Existenzsicherung) zu gewähren.

(Quelle: Achermann und Künzli (2008): Übersetzen im Gesundheitsbereich: Ansprüche und Kostentragung, Gutachten zuhanden des BAG.)

Aus der Praxis der Solothurner Spitäler AG

Sprachbarrieren gehören zu den grössten Herausforderungen im Umgang mit Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund im Spital. Nicht zu verstehen was gesagt wird oder selber nicht verstanden zu werden, ist nicht nur belastend für Patientinnen und Patienten und das Spitalpersonal, sondern führt oft zu einer Vielzahl inadäquater Reaktionen, die nicht nur mit hohen Kosten verbunden sind sondern im Extremfall sogar lebensbedrohliche Konsequenzen haben.

Dolmetschende helfen dieser Problematik professionell zu begegnen und adäquate Handlungen einzuleiten, um eine Unter-, Über- und/oder Fehlversorgung der Migrationsbevölkerung zu vermeiden, die Effizienz zu steigern und damit Kosten einzusparen.

Trotz der ungeklärten Kostenfrage sowie der steigenden finanziellen Belastung  für die soH erachten wir es als unbedingt erforderlich mit Dolmetschenden zu arbeiten.

- Nadia Di Bernardo Leimgruber, Beauftragte Integration der Solothurner Spitäler AG, Programmverantwortliche Swiss Hospitals for Equity