Anleitung für Dolmetschen vor Ort - Trialogsituation

Vor dem Gespräch

  • Für welche Sprache wird eine Dolmetscherin, ein Dolmetscher benötigt? (Tool zur Identifizierung unbekannter Sprachen)
  • Spielt das Geschlecht der dolmetschenden Person eine Rolle für die Patientin, den Patienten? Dies gegebenenfalls bei der Auswahl berücksichtigen.
  • Die Patientin, den Patienten über die Form des Dolmetschens informieren (vor Ort, durch Telefon-Dolmetschende oder spitalinternes Personal).
  • Soll Schweizerdeutsch oder Hochdeutsch gesprochen werden?
  • Abklären mit der dolmetschenden Person
    • Ziel, Inhalt des Gesprächs (Gebrauch medizinischer Fachbegriffe)
    • Beachtung nonverbaler/emotionaler Signale
    • Dauer des Gesprächs
  • Explizit auf die Möglichkeit des Nachfragens hinweisen (bei Unklarheiten).

Während des Gesprächs

  • Gespräch mit einer kurzen Vorstellungsrunde beginnen, Rollen der jeweiligen Beteiligten klären und Einverständnis aller Beteiligten einholen.
  • Explizit auf die Einhaltung der Schweigepflicht hinweisen.
  • Patientin/Patienten immer direkt ansprechen (Augenkontakt), nicht indirekt via dolmetschende Person.
  • Auch auf nonverbale Signale der Patientin, des Patienten achten (Gestik, Mimik).
  • Klar und deutlich formulieren, kurze Sätze, Fremdwörter und medizinische Fachbegriffe vermeiden.
  • Sich bei Unsicherheit durch Nachfragen vergewissern, ob die Patientin, der Patient den Inhalt richtig verstanden hat.

Nach dem Gespräch

  • Bei der dolmetschenden Person und bei der Patientin, dem Patienten nachfragen, ob alles verstanden wurde.
  • Zeit für ein Nachgespräch mit der dolmetschenden Person einplanen (Klärung von Unklarheiten, gegenseitiges Feedback).
  • In der Patientenakte notieren, dass und in welcher Form ein Dolmetschdienst in Anspruch genommen wurde (interkulturelles Dolmetschen, Telefondolmetschen, spitalinternes Personal), eventuell auch Namen  und Tel-Nummer der dolmetschenden Person.